08.12.2025

Unbefleckt empfangen

Am 8. Dezember feiert die Kirche das Fest „Mariä unbefleckte Empfängnis“, oder, wie es offiziell heißt, das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria".  Was ist das eigentlich - eine unbefleckte Empfängnis? Ist es etwas „schmutziges“, wenn Mann und Frau miteinander schlafen und ein Kind daraus entsteht?

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VON NICOLE SEIBOLD

Die Ehe ist heilig

NEIN – ganz klar, NEIN! Das ist zutiefst gottgewollt, deshalb ist für Gott die Ehe, die Verbindung von Mann und Frau, heilig: Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und hängt seiner Frau an und sie werden ein Fleisch. (Gen 2,24) Jesus bestätigt das, wenn er im Matthäusevangelium sagt: Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. - Jetzt wissen wir schon einmal, was „unbefleckt empfangen“ nicht heißt. Wir gehen weiter auf die Suche nach den Flecken.

Vom Anna- zum Marien-Fest

Ursprünglich war das Fest aus der byzantinischen Kirche der hl. Mutter Anna gewidmet, im Laufe der Zeit wurde es zum Marienfeiertag. Der Inhalt blieb gleich: Maria wurde im Schoß ihrer Mutter Anna empfangen, ohne dass sich die Erbsünde auf sie übertrug. Hier haben wir also den „Flecken“, den Maria nicht hat, die Erbsünde! In der Bibel gibt der Engel Gabriel einen kräftigen Hinweis. Bei Lk 1,28 lesen wir: Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mir dir.

Was macht eine Begnadete aus?

Menschen wollen sein wie Gott – Maria ist anders. Maria vertraut! Sie lebt komplett nach dem Willen Gottes, stellt sich völlig selbstlos in seinen Plan, obwohl er ihren Tod bedeuten kann: Frauen, die zu ihrer Zeit ein uneheliches Kind bekommen, müssen mit Steinigung rechnen! Sie ist die, auf die sich Gott ganz und gar verlassen kann. Deshalb war am Ende ihres Lebens nicht nur ihre Seele, sondern auch ihr Leib bereit, in den Himmel aufgenommen zu werden. Da schließt sich der Kreis.

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