Warum Theologie studieren?

Als Kind hatte ich eine große Faszination für die Bibelgeschichten und wollte alles darüber wissen.

In meiner Jugend verlor ich jedoch den Bezug zum Glauben fast ganz, nicht unbedingt, weil ich nicht an Gott glauben konnte. Eher, weil der Gedanke an eine Sicherheit, die bleibt, für mich fast unmöglich schien. Ängste und Zweifel waren lange Zeit viel lauter.

Beim Weltjugendtag in Lissabon durfte ich dann ganz unerwartet erleben, dass es genau den Frieden, den ich mir so gewünscht hatte, gibt. Und dass er einen Namen hat: Jesus.

Fast zeitgleich mit diesem Gedanken spürte ich den starken Willen, diese Sicherheit nicht nur dankbar anzunehmen, sondern auch darüber zu sprechen, den Glauben weiterzugeben. Aber wie setze ich das um?

lucia

VON

LUCIA KOHLER

Nach meinem Schulabschluss nahm ich an einem christlichen Orientierungsjahr teil und hatte große Freude dabei, Impulse vorzubereiten, den Glauben und auch die Kirche besser kennenzulernen.

Der Wunsch, mich auch beruflich diesen Themen zu widmen, wurde immer stärker.

Also besuchte ich einige theologische Vorlesungen und entschied nach einiger Zeit, dass ich dem Theologiestudium eine Chance geben würde.

Für den Fall, dass es dir ähnlich geht, egal ob nach der Schule oder in einer Zeit der Neuorientierung, gebe ich dir gerne einen kleinen Einblick.

Der Studiengang Katholische Theologie vereint viele Themen rund um Gott und den Glauben. Wofür du offen sein solltest, sind spannende, aber auch anspruchsvolle Texte und das Erlernen der Alten Sprachen Griechisch, Latein und Hebräisch.

Auch etwas Mut, Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, schadet auf keinen Fall.

Wenn du einen Funken in dir spürst, ihn aber noch nicht so wirklich einordnen kannst, hol gerne auch Gott mit ins Boot! Gebet kann einen zentralen Platz in der Entscheidungsfindung einnehmen und helfen.

Zwischen Theorie und Praxis - Das Studium beginnt

Der Einstieg wirkt erst einmal sehr theoretisch:

Geschichte und Rechtssystem der Kirche, ethische und moralische Fragen, Philosophie, Sprachen aus längst vergangenen Zeiten. Das kann auf jemanden wie mich, der gerne Projekte voranbringt, erst einmal abschreckend wirken.

Doch schnell habe ich gemerkt: Es gibt kaum ein Thema, das ein einziges Fach für sich allein beansprucht. Schon in den ersten Wochen meines Studiums machten sich Zusammenhänge der sehr unterschiedlichen Fachbereiche bemerkbar. Das ermutigt zum Weiterdenken und gibt einen Eindruck von dem breiten Fundament, auf das sich die kirchliche Arbeit stützt.

Mir hilft es sehr, mich während des Studiums in Organisationen oder Gruppen einzubringen, um vom Denken ins Handeln zu kommen. Aber auch, um mit Menschen in Kontakt zu treten, die schon länger auf dem Weg sind, den ich einschlagen möchte.

Aussicht auf mehr

Der Studiengang „Magister Theologiae“ dauert in der Regel fünf Jahre, den Abschluss bildet eine Magisterarbeit. Während des Studiums ist ein Auslandsjahr beliebt, außerdem gibt es mehrere Pflichtpraktika, die bei der Berufsorientierung helfen können.

„Und was willst du dann damit anfangen?“

Diese Frage begegnet vielen Studierenden.

Das Schöne am Theologiestudium: Ob mit einer anschließenden Ausbildung in der Seelsorge oder Gemeindearbeit oder mit einer Promotion weiterhin im Hochschulbereich, beides und auch vieles dazwischen ist möglich.

Ich kann dich dazu ermutigen, viel auszuprobieren, um den Platz in der Kirche zu finden, an dem du dich wohl fühlst.

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