13.04.2026

„Pardon, wie meinen?“ oder auf schwäbisch: „Hä?“

In der Audienz am 19.3.26 sagte der Papst, dass jeder Getaufte „aktives Subjekt der Evangelisierung“ ist. Im ersten Moment war ich etwas perplex über diese Formulierung, aber es lohnt sich darüber nachzudenken.

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VON MARIA DIMPFL

Durch Taufe und Firmung

Sie haben sicher schon einmal gehört, dass alle Getauften am allgemeinen Priestertum teilhaben. Das heißt, wir dürfen am priesterlichen Wirken Jesu selber teilnehmen, indem wir z.B. unseren Glauben vor den Menschen bekennen. Außerdem betonen die Konzilsväter des II. Vatikanums in Lumen Gentium 11, dass wir sogar dazu verpflichtet sind, unseren Glauben in Wort und Tat zu verbreiten und zu verteidigen, da wir in der Firmung eine besondere Kraft des Heiligen Geistes dafür erhalten haben.

Zeugen durch das Wort

Zunächst staune ich über die Größe dieses Geschenkes: Mit Jesus zusammen priesterlich wirken, durch die Kraft des Heiligen Geistes Zeuge sein dürfen! Zugleich macht mich die Dringlichkeit betroffen, wir dürfen nicht nur, wir müssen! Aber was heißt dies nun für mich konkret? Durch unser Wort für den Glauben einstehen, bedeutet nicht, dass jeder Religionslehrer werden muss. Ich kann einfach dort, wo es sich ergibt, von dem erzählen, was mir wichtig ist. Es kann aber auch unter Umständen heißen, meinen persönlichen Glaubens-Schatz gegen Spott und Unverständnis zu verteidigen.

Zeugen durch die Tat

Papst Leo zitiert noch einmal das Konzil, als er darüber spricht, wie wir dieses königliche Priestertum in der Tat ausüben: durch den Empfang der Sakramente (vor allem der Eucharistie), Gebet, ein heiliges Leben, Askese und tätige Nächstenliebe (vgl. LG 10). Besonders schön finde ich die Betonung, dass die Gnade uns dabei hilft. Das heißt, wir wirken mit (sind aktives Subjekt), bekommen jedoch alles dafür Nötige vom Himmel geschenkt.

Beauftragte für Evangelisierung

Wir befinden uns in der Osterzeit, haben vor kurzem unsere Taufe erneuert und gehen auf Pfingsten zu mit der Bitte um die Kraft des Heiligen Geistes. Mir kommt das wie ein Programm für christliche Lebensführung vor: Wie wir leben und über unseren Glauben sprechen, macht uns zu Mitarbeitern der Evangelisierung.

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