Macht braucht Liebe
Jedem von uns, egal wo er oder sie im Leben steht, ist in irgendeiner Weise Macht gegeben. Mit Jesus kam der, dem alle Macht gegeben ist, auf die Erde.
Neulich war ich am Sonntag in unserer Pfarrei als Kommunionhelfer im Dienst. Beim Kommunionempfang teilte der Priester wie üblich den Leib Christi an die Ministranten und mich aus. Ich hielt die gebrochene Hostie in meiner Hand, schaute auf Jesus und seltsamerweise kam mir das Wort von Jesus im Matthäusevangelium in den Sinn: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.“ (Mt 28,18) Plötzlich wurde mir bewusst: Ich halte den in meiner Hand, dem ALLE MACHT gegeben ist! Der ALLES KANN! Trotzdem macht er sich so klein und verletzlich, liegt hier in meiner Hand. Jesus liefert sich mir aus! Ich könnte mit ihm machen, was ich will. Das hat mich überwältigt und irgendwie auch erschüttert. Der Gedanke beschäftigt mich immer noch und lässt mich innerlich auf die Knie sinken und beten:
Mein Herr und mein Gott! Du bist der Allmächtige und du gebrauchst diese Macht ausschließlich, um zu lieben! Du gibst mir die Macht zu entscheiden, ob ich dich zurückliebe. Was für eine Freiheit ist das! Unfassbar, wie sehr liebst du!
Jedem von uns ist Macht gegeben, mal mehr, mal weniger, in der Familie, im Beruf, wo auch immer wir leben und sind. Als Ehefrau und Mutter habe ich Macht gegenüber meinem Mann und meinen Kindern, genauso wie im Beruf. Macht kann schnell gefährlich werden. Damit es nicht zum Machtmissbrauch kommt, braucht es Liebe. Wir sind geliebt – Jesus hat uns zuerst geliebt, darum beten wir ihn an. Lassen wir uns von jener Liebe lieben, die den Tod besiegt hat. Danke, Jesus!
Zum Nachhören: „Zuerst geliebt“: