Papst Leo XIV. sagte: „In erster Linie ist ein neuer Schwung in der Verkündigung und Weitergabe des Glaubens erforderlich.“
Dieser Schwung beginnt bei uns selbst, indem wir zu Gott gehen, die Freundschaft mit ihm leben. Wie Mose am Dornbusch dürfen wir die „Schuhe ausziehen“ und bei ihm sein.
Der auferstandene Herr hat seine Kirche in Schwung bzw. Bewegung versetzt, sie hat einen Auftrag: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern“ (vgl. Mt 28,19-20).
Wir sollen gehen, die „Schuhe anziehen“ und von der Frohen Botschaft erzählen.
Der Praxistag wollte – vor dem Hintergrund der fünf Ziele der Evangelisierung in unserem Bistum – dafür die Arbeit unserer Abteilung, konkrete Unterstützungsmöglichkeiten sowie erprobte Initiativen vorstellen.
Zur Freundschaft mit Jesus führen
Das erste Ziel ist die Klammer der Arbeit in der Abteilung Evangelisierung und des Praxistages 2026. Die Freundschaft mit Jesus beginnt damit, die Schuhe auszuziehen und abzulegen, was mich an der Begegnung mit Jesus hindert. Lobpreis, Gebet und Sakramente geben uns Kraft, im Glauben standhaft zu bleiben und ihn an andere weiterzugeben. Die Abschlussmesse mit Anbetung hat die Freundschaft mit Jesus gestärkt.
Das Glaubenswissen vertiefen
Gott neu begegnen mit Herz und Verstand – dies ist bei Glaubenskursen möglich. Ein Team aus der PG Boos machte deutlich, wie wichtig es ist, auch über unsere grundlegenden Glaubenswahrheiten zu sprechen, wie z. B. über den Hl. Geist. Glaubenskurse schenken neues Wissen, berühren und geben manchmal sogar den Ausschlag, die eigene Berufung zu finden, wie das Team in beeindruckender Weise darlegte.
Über den Glauben sprechen
Vielleicht kennen Sie folgenden Witz, der gut in die Osterzeit passt: Warum ist der auferstandene Jesus zuerst den Frauen erschienen? … Damit sich die Botschaft von seiner Auferstehung schneller verbreitet.
Es geht nicht um die Pointe des Witzes, der die Redseligkeit von Frauen aufs Korn nimmt, sondern darum, dass dieser Witz etwas ganz Wichtiges verstanden hat: Die Frohe Botschaft muss raus! Unser Glaube ist es wert, verbreitet zu werden! Das wird auch bei der Missionarischen Woche deutlich, wie Michael Schmidt aus Murnau deutlich macht: An den Türen klingeln, um Staubsauger zu verkaufen, würde er nicht, aber für die beste Botschaft der Welt ist er sofort bereit.
Den Glauben mit Taten bezeugen
Die Worte Jesu: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) laden uns ein, darüber nachzudenken, wem wir Gutes tun können. Wir begegnen Jesus in den Menschen, der großen Gemeinschaft unseres Glaubens, unter Kollegen, Nachbarn und Freunden ebenso wie im eigenen Zuhause und in der Familie. Unzählige Beispiele zeigen, wie sich der Glaube gerade in konkreten Taten bewährt und sichtbar wird.
Zugleich geht es darum, diesen Glauben auch in der persönlichen Lebensführung Gestalt annehmen zu lassen. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Lk 10,27) bedeutet daher auch, die geistliche und leibliche Sorge um sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.
Im Netzwerk Evangelisierung ermutigen und bestärken wir einander auf diesem gemeinsamen Weg.
Heimat in der Kirche vermitteln
Was ist Heimat? Ein Ort, an dem man sich wohl fühlt, wo man sich auskennt und wo gute Beziehungen wachsen. Fühlen Sie so etwas auch im Zusammenhang mit Kirche oder mit Ihrer Pfarrei? Weihbischof Wörner hat dieses 5. Ziel in seinem Grußwort damit umschrieben, in der Kirche „Gemeinschaft zu pflegen“. Wie können wir denen den Zugang erleichtern, denen unsere Liturgie fremd ist und die weniger stark in Kirche oder Pfarrei verwurzelt sind? Am Praxistag haben wir mit Gästen über zwei Angebote gesprochen, die Willkommenskultur leben: Der SonntagPlus – Sonntagsgottesdienst plus Vorprogramm für verschiedene Zielgruppen der PG Hochzoll und der Alphakurs, der weltweit bekannteste Glaubenskurs, bei dem in lockerer Atmosphäre Raum für Glaubensfragen gegeben wird.
Christine Schweiger und Melanie Sturm auf dem Heimatbänkle – ein Opener.
Stefan Seitz hat beim SonntagPlus die erwachsenen Teilnehmer im Blick.
Doris Gänsdorfer (Kleinkinderkirche SonntagPlus) und Robert Jung (Alphateam St. Ulrich und Afra) berichten, wie sie in ihren Angeboten Kleine und Große willkommen heißen.