20.02.2026

Das Vaterherz Gottes

Jesus spricht Gott mit Abba an – aramäisch für „Papa“. Er gibt uns damit einen einzigartigen Einblick in die Beziehung zwischen ihm und Gott. Er offenbart uns Gott als nah und liebevoll.  

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VON JAN CHAU

„Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18)

Mit der Verkündigung des Evangeliums kündigt Jesus nicht nur das Anbrechen des Reiches Gottes an, sondern offenbart uns auch das Herz des Vaters: einen Gott, der barmherzig ist und verzeiht (Gleichnis vom verlorenen Sohn, vgl. Lk 15,11­–32), der weiß, was wir brauchen und uns versorgt (vgl. Mt 6,25–34), der sich über uns freut (vgl. Mt 18,14) und der will, dass wir bei ihm sind (vgl. Joh 14,2).

Ein verzerrtes Gottesbild

Jeder Mensch macht sich im Laufe des Lebens ein Bild von Gott. Dieses Bild wird von vielen Faktoren geprägt – positiv wie negativ. Besonders stark beeinflusst wird unser Bild von Gott als Vater durch die Beziehung zum eigenen Vater. Je heiler und gesünder diese Beziehung ist, desto leichter fällt es, Gott zu vertrauen. Doch auch andere negative Erfahrungen im Leben können unser Bild vom vollkommen guten Vater verzerren. Es bleibt ein lebenslanger Prozess, mit den Lügen über Gottes Güte und Liebe zu brechen und ein Grundvertrauen in ihn aufzubauen.

Die Liebe des Vaters

Wenn wir Jesus und seiner Offenbarung über Gott Vater glauben, dann muss sich auch diese Wahrheit des Geliebtseins von Gott in unserem Leben durchsetzen. Ich lade uns dazu ein, uns im Gebet neu unter den Blick Gottes zu stellen – einen Blick, in dem keine Enttäuschung oder Verurteilung liegt, sondern vollkommene Annahme, unabhängig von Leistung oder Schuld. Lassen wir keinen Tag vergehen, ohne wenigstens einen Moment in der Intimität mit dem Vater zu verweilen, der schon auf uns wartet und dessen Blick liebevoll auf uns gerichtet ist. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16).

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