15.06.2026

Das Herz Gottes

Am vergangenen Freitag feierte die Kirche das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Dieses Fest richtet unseren Blick auf die Liebe Jesu, die so weit geht, dass er sich am Kreuz für uns hingibt und durchbohren lässt, sodass Blut und Wasser aus seiner Seite fließen. Dieser Strom von Blut und Wasser ist ein sichtbares Zeichen seiner sich ausgießenden Liebe.

Das Herz

In der Bibel ist das Herz Sinnbild für die innerste Mitte des Menschen. Es beschreibt das innerste Wesen einer Person. Es ist der Ort, an dem Denken, Wollen, Entscheiden, Glauben und Liebe zusammenkommen. Dort entscheidet sich der Mensch und begegnet Gott. Wenn vom Heiligsten Herzen Jesu die Rede ist, steht es symbolisch für seine ganze Person, für seine Liebe, sein Erbarmen, seinen Gehorsam gegenüber dem Vater und seine Hingabe an die Menschen.

„Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der HERR aber sieht das Herz.“ (1 Sam 16,7)

„Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt 6,21)

Das Herz Jesu

Im Evangelium wird das Herz Jesu besonders am Kreuz sichtbar. Als die Seite des gekreuzigten Herrn geöffnet wird und Blut und Wasser hervorströmen (Joh 19,34), erkennt die Kirche darin ein Zeichen seiner vollkommenen Hingabe. Das Herz Jesu bleibt nicht verschlossen, sondern öffnet sich für die Welt. In seinem Leiden und Sterben zeigt Jesus, wie weit die Liebe des Vaters geht: Sie hält nichts zurück, sondern schenkt sich ganz für das Heil der Menschen. Im Herzen Jesu trifft unsere Not auf seine Liebe, denn „durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5).

Die vollkommene Liebe

Das Hohelied der Liebe aus dem Ersten Korintherbrief ist einer der bekanntesten Texte des Neuen Testaments. Richten wir unseren Blick auf den gekreuzigten Christus, erkennen wir in ihm jede Aussage dieses Hohelieds erfüllt:

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“ (1 Kor 13,4–8)

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