29.06.2026

Maria, die Person gewordene Bundeslade Gottes

In diese Woche fällt das Fest „Mariä Heimsuchung“, welches uns an den Besuch der schwangeren Maria bei ihrer ebenfalls erwartenden Cousine Elisabet erinnert. In der christlichen Tradition wird immer wieder von Maria als der „Bundeslade Gottes“ gesprochen. Lasst uns gemeinsam anschauen, was es damit auf sich hat.   

Die Bundeslade – Gottes Gegenwart unter den Menschen

Die Bundeslade war das wichtigste Heiligtum der Israeliten. Sie wurde auf Gottes Anweisung von Mose als vergoldete Truhe aus Akazienholz angefertigt und sollte die Steintafeln mit den Zehn Geboten aufbewahren. Die Lade symbolisierte den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel und wurde während Wüstenwanderungen als Zeichen der Präsenz Gottes mitgeführt, sowie später im Allerheiligsten des Salomonischen Tempels in Jerusalem aufbewahrt. Die Bundeslade war der Ort der Gegenwart Gottes, die so heilig ist, dass ein Mann namens Usa im Buch Samuel direkt mit dem Tod bestraft wird, als er nach ihr greift, weil sie zu fallen droht. (Vgl. 2 Sam 6,6-7) So kostbar, gar gefährlich, war die Heiligkeit Gottes für das Volk Israel.

Noch heute erinnert uns der Tabernakel an die Bundeslade, denn in ihm wohnt die Gegenwart Jesu in der Gestalt des Brotes. Er bildet das Herzstück jeder katholischen Kirche.

Maria, die Bundeslade Gottes

Im Lukasevangelium wird berichtet, wie Johannes der Täufer in Elisabets Bauch zu hüpfen beginnt, als die schwangere Maria sie besuchen kommt. (Vgl. Lk 1,41) Diese Begegnung wird oft verbunden mit der alttestamentlichen Szene Davids, der bei der Ankunft der Bundeslade in Jerusalem seine königlichen Prunkgewänder ablegt und ganz unförmlich voller Freude vor der Bundeslade zu tanzen beginnt. (Vgl. 2 Sam 6,14.16)

Maria ist von Gott auserwählt, in ihrem Leib die Gegenwart Gottes, seines Sohnes, zu tragen und dieser Welt zu schenken. Sie wird deshalb auch als die Person gewordene Bundeslade Gottes bezeichnet.

Freude am Herrn

Ich frage uns persönlich: Wie viel sind für mich und für dich die Gegenwart Gottes und innerliche, befreite Freude verbunden?

Wenn der größte König Israels schamlos zu tanzen beginnt und der ungeborene Prophet Gottes im Leib seiner Mutter hüpft, wie viel Freude gibt uns Gott, wenn er sich uns in seinem Sohn schenkt und in der Feier der Eucharistie konkret berührbar wird?

Lasst uns darum bitten, dass unsere Herzensaugen diese Woche ein Stück mehr für dieses Geheimnis geöffnet werden!

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