Da bin ich erschrocken
Im Urlaub war ich mit der Bahn unterwegs. Während ich auf meinen Anschlusszug wartete, fiel mir ein Waggon auf der gegenüberliegenden Seite ins Auge.
„Gott hat mich verlassen, also gehe ich mit dem Teufel.“
Jemand hatte diesen Satz auf die Außenseite des Wagens gesprüht. Diese Aussage hat mich tief betroffen gemacht. Was muss ein Mensch erlebt haben, dass er sich lieber der Dunkelheit zuwendet? Was kann dazu führen, dass mir Gott so fern und abwesend erscheint?
Schmerz und Isolation
Tiefes Leid kann eine quälende Erfahrung sein. Der Verlust eines Menschen, Krankheit, Unfall, die Kündigung der Arbeit oder Wohnung – all das kann uns emotional und seelisch schwer belasten. Wenn wir nicht mehr weiterwissen oder in einer tiefen Krise stecken, verdüstern sich unsere Gedanken. In solchen Situationen kann sogar der Eindruck entstehen, den Kontakt zu Gott verloren zu haben.
„Du hast dein Angesicht verborgen.“
Schon König David schreibt im Psalm 30: „Im sicheren Glück dachte ich einst: Ich werde niemals wanken.“ Doch dann erlebt er: „Du hast dein Angesicht verborgen. Da bin ich erschrocken.“ Gott nicht mehr zu spüren, kann einen Menschen zutiefst erschüttern. Selbst ein Glaubensriese wie David gerät dadurch aus der Bahn.
Der Wunsch nach Erleichterung
Welchen Weg wähle ich, wenn ich aus einer solchen Situation wieder herauskommen möchte?
Wir müssen unsere Last nicht allein tragen. Es gibt Menschen, die uns zuhören, uns begleiten und helfen können.
Wir wissen aber auch: Es gibt eine übernatürliche Zuflucht. Der Sprayer auf dem Waggon trifft eine destruktive Wahl und wendet sich dem Bösen zu. König David dagegen richtet sich trotz seiner Verzweiflung an Gott und fleht ihn um Gnade an. Er lässt keinen dauerhaften Keil zwischen sich und seinen Schöpfer treiben und erlebt eine Wende: „Du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.“
Gott – erfahrbar? Komm und sieh!
Vielleicht haben auch Sie schon Ähnliches erlebt und gerätselt: Wo ist Gott gerade? Warum spüre ich ihn nicht? Im kommenden Januar bietet die Abteilung Evangelisierung einen Studientag an, der sich mit der Gotteserfahrung in ihren unterschiedlichen Facetten beschäftigt. Herzliche Einladung, sich gemeinsam mit uns dieser Frage zu stellen.