Unsere Kirchen mit Glauben füllen
Leere Kirchen – ein Grund zum Klagen? Nehmen wir uns lieber eine polnische Stadt zum Vorbild …
Kennst du das auch? Du bist in einem Gottesdienst und die wenigen Menschen verteilen sich auf das ganze Kirchenschiff. So viel Platz wäre da, wenn doch nur die Menschen kommen würden. So denken wir manchmal und urteilen schnell, wer diese Bankreihen doch eigentlich füllen könnte und warum diejenigen nicht (mehr) da sind …
Nova Huta – eine „Stadt ohne Gott“
Schauplatzwechsel: Nova Huta, 1947, Polen. Hier wird zur Zeit des Kommunismus eine neue Stadt angelegt. Sie soll den Bewohnern alles bieten – nur eine Kirche ist nicht vorgesehen. Doch die Bewohner der „Stadt ohne Gott“ denken anders. Sie stellen ein Kreuz auf und versammeln sich dort zu Tausenden zum Gebet. Als die Regierung den Bau der Kirche schließlich doch genehmigt, errichten sie die Bewohner mit eigenen Händen. Auf dem Bauplatz knieen sie zum Gebet nieder. Bis zu 50.000 Menschen besuchen im Freien die Christmette an Weihnachten, vor Ostern hörten 50 Priester Tag und Nacht Beichte. Als die Kirche schließlich 1977 durch Erzbischof Karol Wojtyla (den späteren Papst Johannes Paul II.) eingeweiht wird, kann sie die 70.000 Menschen, die gekommen sind, nicht fassen. [1]
„Stadt ohne Gott“ wird zum Vorbild des Glaubens
Zwei gegensätzliche Situationen: Bei uns gibt es große Kirchen, die oft nicht gefüllt sind und dort einen tiefen Glauben, für den jede Kirche zu klein wurde. Ein Grund zum Klagen und Jammern? Nein, nehmen wir uns die Menschen von Nova Huta zum Vorbild. Legen wir die leeren Kirchen getrost in Gottes Hand und füllen wir die Kirchen mit Glauben: Stellen wir das Kreuz und damit Jesus Christus in den Mittelpunkt unseres Lebens, leben wir aus den Sakramenten und verkünden wir unseren Glauben im Alltag.
Denn nicht umsonst sprach Papst Johannes Paul II. in Nova Huta zum ersten Mal von Neuevangelisierung …