Zur Hingabe berufen
„Ihr Katholiken habt eine körperfeindliche Glaubenslehre.“ – „NEIN!!!“ – will ich dem entgegenschreien. Auf gar keinen Fall! Ja, die katholische Kirche lehnt freizügigen unverbindlichen Sex ab, aber nicht, weil sie körperfeindlich ist, einengen will oder die körperliche Liebe „schmutzig“ findet, sondern ganz im Gegenteil – weil ihr der Mensch als Ebenbild Gottes und das Geschenk der körperlichen Liebe so wichtig sind. Warum ist das so?
Wir sind Abbild
Die Antwort finden wir am Anfang. Gott hat uns Menschen geschaffen als Mann und Frau. Gemeinsam sind wir sein Abbild. Wir sind berufen zur gegenseitigen Hingabe. Hingabe geht nicht ohne Annahme. Wer sich, seine Persönlichkeit und seinen Körper annehmen lernt, der wird fähig sich hinzugeben, der kann sich verschenken und wird liebesfähig. In unserer körperlichen Vereinigung sind wir auch Abbild - Abbild der Liebe, die Christus mit seiner Kirche verbindet. Diese Liebe war mal wunderbar und vollkommen, hat aber im Sündenfall durch Evas „Ich will mehr als Gott mir gibt und ich zweifle, dass er das Beste für mich will!“ und Adams „Ich tue nichts, um das Böse zu verhindern.“ einen Knacks bekommen. Aus Hingabe wurde Bedürfnisbefriedigung. Das macht nicht glücklich, das macht einsam und leer. Darunter leiden wir seither. Es gibt uns das Gefühl, Sex ist schlecht und schmutzig. Aber das ist nicht das, was Gott will.
Als ganzer Mensch Ja sagen
Gott hat uns genau so erschaffen, dass körperliche Liebe schön ist und es guttut, „ein Fleisch“ zu werden. Aber eben nicht nur ein Fleisch, sondern auch ein Geist und eine Seele. Es geht um den ganzen Menschen, um ein Sich Hingeben, bedingungslos. Ja sagen ohne Wenn und Aber zu diesem Mann/dieser Frau, und aus dieser Liebe heraus Leben weitergeben. Im Bund mit Gott, der uns zuerst geliebt hat, wird daraus ein erfülltes Leben und eine erfüllte Sexualität.
Auf den Leib achten
Bis in den Himmel ist der Leib von Bedeutung – haben wir doch in den letzten Tagen neben der Himmelfahrt Jesu auch die Aufnahme Marias mit Leib und Seele in den Himmel gefeiert. Grund genug, gut auf unseren Leib zu achten!