Gebet und Evangelisierung

Die Bibel ist die heilige Schrift der Christen. Christen glauben, dass die heilige Schrift Wort des lebendigen Gottes ist. Die Bibelstellen berühren uns und verändern unser Leben. Du liest eine Schriftstelle und bittest Gott, dass er dir zeige was er dir heute damit sagen möchte. Das klingt verrückt - versuch es gerne einmal. Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit der Bibel zu beten. Manchmal reicht ein Wort oder ein Satz aus, um das Leben von Menschen zu verändern.  
Das Vater unser ist ein zentrales Gebet Jesu. Er hat es seinen Jüngern beigebracht. Christen beten es bei Gottesdiensten; stellvertretend für andere; in vielen verschiedenen Sprachen; dreimal täglich beim sogenannten Angelus-Gebet. Das Vater unser nimmt die zwei zentralen Wirklichkeiten im Leben der Christenheit in den Blick: der Bereich Gottes: Sein Name, Sein Reich, Sein Wille und das Menschliche: das tägliche Brot, Schuld und Vergebung, die Versuchung durch das Böse. Hast du dich schon einmal mit dem Vater unser beschäftigt?
Das gemeinsame Gebet erinnert uns immer wieder daran, dass jeder Christ ein betender Mensch sein soll. Gleichzeitig führt uns die Gemeinschaft der Beter vor Augen, dass wir niemals wirklich alleine beten - irgendwo auf der Welt wird gerade in diesem Moment jemand z.B. das Vater unser beten. Gerade wenn du eine schwierige Phase des Gebets durchmachst, kann die Gemeinschaft eine wichtige Hilfe sein. Als Christen dürfen wir uns zum Gebet zurückziehen und ganz persönlich und in unserem Tempo mit Gott auf dem Weg sein. Beide Formen sind gut und stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Wenn du neu starten möchtest, kannst du versuchen dreimal täglich das Vater unser zu beten oder du besuchst unseren Türöffner-Kurs zum Gebet und lässt dich inspirieren. 
Wenn Christen ein besonderes Anliegen haben, dann beten sie häufig eine Novene. Diese Form des Gebetes umfasst neun Tage, in denen für verschiedene Aspekte eines Anliegens gebetet wird. Das Gebet folgt dabei einem festen Rahmen. Manche Teile variieren je nachdem an welchem Tag der Novene man sich gerade befindet. Für die Missionarische Woche und viele andere Projekte wird im Vorfeld eine Novene gebetet.
Gebet gehört untrennbar zum religiösen Leben. Seit Menschen sich mit den Fragen nach dem Woher und dem Wohin ihres Lebens auseinandersetzen finden sich Formen des Gebetes. Das Gebet lässt sich auf die ältesten Kulturen zurückführen. Gebet ist in erster Linie eine persönliche Tätigkeit, die die eigenen Sorgen, Nöte und Anliegen ins Wort bringt.
Gebet ist so vielfältig, wie die menschlichen Beziehnungen. In der christlichen Spiritualität haben sich verschiedene Formen des Gebetes ergeben. Das mündliche Gebet wird von vielen Christen gepflegt. Es beinhaltet Bitte, Dank, Lob und Klage. Bekannt ist das Vater unser. Daneben gibt es auch musikalische Formen wie den Lobpreis. Der Rosenkranz ​​​​​​​ist eine Form des betrachtenden Gebetes. Auch die Schriftbetrachtung nach Ignatius ist betrachtendes Gebet. Das innere und kontemplative Gebet, auch Herzensgebet, kommt zunehmend ohne Worte aus. Im mystischen Gebet verweilt der Beter in der Gegenwart Gottes. Kurze Anregungen dazu findest du hier. 
Gebet und Evangelisierung sind eng verknüpft. Wir können die besten Methoden haben, wenn wir gegen Jesu Willen arbeiten, werden wir keinen Erfolg haben. Darum ist es wichtig im Gebet immer wieder nach dem Willen Gottes zu fragen und zu prüfen, ob der gewählte Weg und die Schritte richtig sind. Gleichzeitig gibt uns Jesus im Gebet immer wieder Kraft, um Schwierigkeiten und Rückschläge auszuhalten. Das Gebet ist der lange Atem der Evangelisierung. Für viele unserer Veranstaltungen und Projekte wird lange im Voraus gebetet. Du kannst dich diesem Netzwerk gerne anschließen. 
Gebet ist nicht wie Fahrradfahren, dass man einmal erlernt, nie wieder vergisst. Gebet ist die Pflege einer Beziehung. Darin kann man sich üben und immer vertrauter werden. Unser Türöffnerkurs zum Gebet ist eine gute Möglichkeit einen ersten Schritt zu gehen. In Gebetskreisen kann das Gebet weiter intensiviert werden. Egal ob du für dich alleine, in der Gemeinschaft oder im Gottesdienst betest. Im Gebet kann man immer weiter wachsen. 
Das Gebet um Beistand den Beistand Gottes ist zentraler Bestandteil des christlichen Lebens. Der Heilige Geist wird den Jüngern an Pfingsten von Jesus als Beistand geschenkt. Die Jünger versammelten sich vor dem Fest, um um die Gabe des Geistes zu bitten. Die Kirche betet bis heute in den neun Tagen von Pfingsten intensiv um die Gabe des Heiligen Geistes (Pfingstnovene). Bei der Firmung wird besonders um die Gegenwart des Heiligen Geistes gebetet. Mit dem Heiligen Geist werden uns die Gaben der Weisheit, Einsicht, des Rates, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Auch im Gotteslob findet sich ein Gebet zum Heiligen Geist.